Harte Kontaktlinsen

Mit Marktreife des PMMA (Acrylglases) etwa 1939 war die Entwicklung von Kontaktlinsen möglich, die mit einem geringeren Durchmesser auskamen als ihre Vorgänger, so dass nun Tragezeiten von 10 bis 12 Stunden möglich waren. Ein längeres Tragen war durch die Wasser- und Sauerstoff- bzw. generelle Gasundurchlässigkeit und des Acrylglases nicht ratsam und konnte unter Umständen zu einer Allergie führen.

Das sollte sich 1976 ändern, als die ersten gasdurchlässsigen Linsen auf den Markt kamen. Durch die stetige Weiterentwicklung der Kunststoffe sind heutige formstabile Kontaktlinsen zwei- bis siebenmal so gasdurchlässig wie weiche Kontaktlinsen, die damit einen mit entscheidenden Vorteil verloren haben.

Mit einem Durchmesser von 8 bis 10 mm schwimmen die harten Kontaktlinsen auf einem Tränenfilm auf der Hornhaut und damit aber auch frei beweglich, was sich wohl auf den Tragekomfort nicht unbedingt positiv auswirken mag. Allerdings ist so die Versorgung des Auges respektive der Hornhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen wesentlich besser als bei den weichen Linsen. Inzwischen sind die verwendeten Kunststoffe sogar so ausgelegt, dass der Nährstofftransport durch das Linsenmaterial möglich ist. Formstabile Kontaktlinsen bergen daher ein signifikant geringeres Risiko der Schädigung des Auges.

Auch durch verbesserte Messmethoden wurden diese Linsen in den letzten Jahren immer verträglicher fürs Auge, so dass man wahrscheinlich nicht mehr von "harten" Kontaktlinsen sprechen kann.